Auch dieses Jahr gehen wir wieder mit einer StuPa-Liste an den Start und kämpfen für die Vereinbarkeit von Studium und Kind.
Das heißt unter anderem für:
- den problemlosen Wechsel zwischen Teil- und Vollzeitstudium
- die Abschaffung der entmündigenden Anwesenheitspflicht
- den Aufbau einer Kinderladenbewegung an der FU
- die Entrümpelung von Studienordnungen und die Reduzierung von Prüfungen
- einen Nachteilsausgleich in den Studienordnungen
- ein kostenfreies Studium: gegen Studiengebühren
hier sind unsere diesjährigen Kandidat_innen für die Liste Studierende mit Kind:
1. Sebastian Schneider
2. Vanessa Ebenfeld
3. Tobias Schumann
4. Georg Koch
5. Stanimir Müller
Eigentlich betrifft die Änderung nun nicht direkt Studierende mit Kind sondern alle Studierende. Dennoch wollen wir Euch die Informationen nicht vorenthalten.
Ab Januar 2012 tritt eine Änderung im Kindergeldgesetz in Kraft. Hiernach müssen Einkünfte in der Erstausbildung künftig generell nicht mehr angerechnet werden, in der Zweitausbildung erst ab Überschreiten einer Schwelle von 20 wöchentlichen Arbeitsstunden, dies wiederum jedoch nicht, wenn es sich um ein kurzfristiges oder geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handelt.
Bisher führten höhere Einkünfte der Kinder zum Erlöschen des Kindergeldanspruch der Eltern. Sollten eure Eltern mit dieser Begründung kein Kindergeld erhalten haben, solltet ihr euch mal schlau machen, ob ab 2012 ein Anspruch besteht. Immerhin gibt es so gar nicht wenig Geld pro Monat geschenkt.
Mit viel Tamtam verkündete die FU im Jahre 2008 stolz, mit einem Preis für „Familie in der Hochschule“ ausgezeichnet worden zu sein. Für zwei eingereichte Projekte gab es in den Jahren 2008 und 2009 eine Fördersumme von 100.000€. Eines dieser Projekte war das „Kinderparadies“: hier sollte es ermöglicht werden, Kleinkinder für einen begrenzten Zeitraum beaufsichtigt abzugeben, um etwa Bibliotheksrecherche betreiben zu können.
Um es gleich vorwegzunehmen: das Kinderparadies gibt es bis heute nicht. Jedoch wurde der AStA kurz nach Verkünden der Auszeichnung Anfang 2009 aufgefordert, die Räumlichkeiten der studentischen Druckerei hierfür zur Verfügung zu stellen, die zu dem Zeitpunkt in der Iltisstraße untergebracht war. Das ganze müsse auch schnell gehen, denn Umbaubeginn sei Oktober 2009. Das Familienbüro fing bereits an, Flyer zu drucken, um das Kinderparadies zu bewerben. Die Studierenden mit Kind waren sich damals unsicher, wie sie sich zu dem Vorgehen des Präsidiums stellen sollten. Denn flexible Betreuung institutionalisiert einzurichten, kann vielen Eltern eine große Erleichterung sein. Auch die Lage nahe an der U3-Station Dahlem Dorf bietet sich hierfür wirklich an. Auf der anderen Seite ist die AStA-Druckerei eine studentische Errungenschaft und auch sie muss zentral gelegen sein, damit die fertigen Druckprodukte unkompliziert an die Studierenden verteilt werden können. Man hätte wohl gleich auf den AStA hören sollen, denn was sich danach bot, ist ein ehrloses Schauspiel.
Der AStA geißelte das Vorgehen des Präsidiums als ein Ausspielen von studentischen Interessen. Vor allem aber wurde die Eignung des Gebäudes und des Bodens für Kinderbetreuung bezweifelt: immerhin wurde dort über zwei Jahrzehnte mit giftigen Chemikalien hantiert. Ein Gutachtens eines Ingenieurbüros kam dann auch zu dem Schluss, dass das gesamte Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden müsse, da es für Kinderbetreuung prinzipiell ungeeignet sei, was wiederum die Projektkosten in die Höhe schießen ließe. Der Kanzler der FU, Peter Lange, tat das hohnlachend als Gefälligkeitsgutachten ab. Dem AStA blieb schließlich keine große Wahl, die Druckerei zog um und immerhin bezahlte die FU die Umzugskosten.
Danach passierte gar nichts mehr. Bis eines Tages das ehemalige Gebäude der AStA-Druckerei abgerissen wurde. Im Akademischen Senat darauf angesprochen verkündete Lange, das Kinderparadies werde dort nicht errichtet. Stattdessen würde auf den Bau der Holzlaube, ein geplanter großer Anbau hinter der Silberlaube auf dem Gelände der Apfelbäume, gewartet. Hierein würde das Kinderparadies dann aber sicherlich kommen. Geplante Fertigstellung: irgendwann 2015, wenn demnächst mal angefangen wird. Das Gelände in der Iltisstraße liegt brach. Irgendwann soll hier angeblich ein Neubau errichtet werden, um den Studierendenservice zu zentralisieren. Wahrscheinlicher ist wohl ein Verkauf des Grundstücks.
Viel deutlicher kann die FU nicht machen, was sie von Kinderfreundlichkeit hält: es scheint ein taugliches Mittel zu sein, um Fördergelder anzuzapfen und der Studierendenschaft eins auswischen zu können. Jedoch abseits von solch taktischen Spielchen bleiben nur Wortbrüche und vage Versprechungen für die Zukunft. Wohin sind die 100.000€ denn nun eigentlich geflossen?
Die Wahlergebnisse sind Online und die Studierenden mit Kind haben weiterhin einen Sitz im StuPa. Mit 73 Stimmen konnte ein gutes Ergebnis erzielt werden.
Auch die Urabstimmung „Für eine solidarische FU“ verlief sehr positiv. 90,04% der wahlbeteiligten Studierenden votierten für ein JA.
Wir freuen uns über das Votum und bedanken uns bei allen Wähler_innen!
Am 7. Januar 2011 steigt ’ne dufte Wahlparty im New Yorck (Bethanien) unter dem Titel „Halt’s Maul und tanz!“. Wir organisieren die Party gemeinsam mit anderen Regenbogen- und linken Listen und würden uns freuen, viele von Euch zu sehen! Es gibt Musik auf 2 Floors, VoKü (vegan), Cocktails und einen Kicker.
Wahlpartyflyer
Die StuPa-Liste „Studierende mit Kind“ ist eine offene Gruppe von FU-Studierenden, die an der schweren Vereinbarkeit von Studium und Kind endlich etwas ändern wollen. Die Gruppe basiert auf einer jahrelangen Tradition studentischer Elterninitiativen an der FU beispielsweise durch selbstorganisierte Kinderbetreuung an der Uni oder im Stadtteil. Dabei sind wir der Meinung, dass wir uns nicht vertreten lassen wollen von irgendwelchen Parteihochschulgruppen jeglicher Couleur. JuSos, Grüne oder andere mögen Forderungen nach einem kinderfreundlichen Studium vielleicht auch im Programm haben, leider mussten wir jedoch viel zu oft feststellen, dass es dabei bloß um schöne Worte geht und mit der realen politischen Arbeit nichts zu tun hat. Wir wollen uns nicht vertreten lassen von Leuten, welche die Problematiken überhaupt nicht selbst kennen und im wesentlichen nur an ihrer eigenen Karriere schrauben. Darum vertreten wir uns selbst und suchen dabei Austausch und Vernetzung mit allen Betroffenen! Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt Ihr uns gern schreiben: studierendemitkind@riseup.net
Hier die Kandidat_innen für die Wahlen vom 11.-13. Januar 2011:
1 Sebastian Schneider
2 Steffi Müller
3 Franziska Rautenberg
4 Stanimir Müller
5 Ingo Kramer
6 Luis Albrand
7 Christiane Hillebrecht
8 Georg Koch
Das Studierendenparlament hat eine „Arbeitsgruppe Urabstimmung“ eingerichtet, auf deren Arbeit aufbauend der AStA FU dann einen Urabstimmungstext unter dem Titel „Für eine solidarische FU“ beschlossen hat. Wir haben bei der Formulierung der Einzelpunkte mitgewirkt und empfehlen, bei der Urabstimmung „Ja“ anzukreuzen, weil die Forderungen die FU kinderfreundlicher machen. Das „Warum“ soll hier erläutert werden. (Hier gehts zum Urabstimmungstext)
Ein direkter Bezug zur Vereinbarkeit von Kind und Studium findet sich durch folgende Punkte:
I 1: „Keine Studiengebühren, auch nicht in Form von Verwaltungs- oder Weiterbildungsgebühren“:
Es ist ja kein Geheimnis: Studium und Kind miteinander zu vereinbaren, ist bereits hart genug. Die zusätzliche Belastung durch Studien-, Verwaltungs- und/oder Weiterbildungsgebühren verunmöglicht das Studium für alle, die keine reichen Eltern haben oder sonstwie vermögend sind.
II 2: „Abschaffung der leistungsbezogenen Mittelvergabe“:
Die leistungsbezogene Mittelvergabe (LBMV) ist ein Instrument des Berliner Senats, die Hochschulen zu bestimmten Zielvorgaben per Geldvergabe zu „überzeugen“. Eine dieser Zielvorgaben ist die Absolvierung des Studiums in Regelstudienzeit. Die Hochschulen mit höheren Absolvent_innenzahlen in Regelstudienzeit bekommen Gelder von anderen Hochschulen mit schlechteren Kennzahlen. Eine künstliche Wettbewerbsspirale entsteht, in welcher die Hochschulen den Druck des Senats immer weiter und verstärkt an die Studierenden herunterdrücken, z.B. durch restriktive Studienordnungen. Studierende mit Kind trifft dies besonders hart, weil sie sich nicht nur auf das Studium konzentrieren können.
V 1: „Mindestens ein Drittel der Gesamtstudienleistung muss aus dem gesamten Lehrangebot aller Berliner Hochschulen frei wählbar sein (studium generale)“:
Freiere Wählbarkeit heißt nicht nur höhere Studienqualität und individuelleres Studium. Es heißt auch höhere Flexibilität im Stundenplan. Für Studierende mit Kind eine Notwendigkeit, wenn es um Vereinbarkeit mit Kita/Kila-Öffnungszeiten und weiteren Verpflichtungen im Umgang mit Kindern geht.
V 2: „Keine Anwesenheitskontrollen“:
Kind krank? Kinderladen hat geschlossen? Du würdest gern die Klausur zu einer Vorlesung mitschreiben, kannst aber zu dem Termin grundsätzlich nicht, bist aber bereit Dir alles selbst zu erarbeiten? Anwesenheitskontrollen verhindern die Vereinbarkeit von Studium und Kind!
V 4: „Hürdenfreier Übergang vom Bachelor in den Master“:
Der Übergang vom Bachelor in den Master gleicht einem Flaschenhals. Das Verhältnis von Bachelor-Plätzen zu Master-Plätzen liegt an der FU bei 2:1, also nur jede_r zweite BA-Studierende hat die Möglichkeit zu einem Master-Studium. Selektiert wird hauptsächlich nach BA-Note. Eine solche reine Leistungskategorie geht natürlich zu Lasten von Studierenden mit Kind, weil wir uns nicht ausschließlich um das Studium kümmern können. Ein hürdenfreier Übergang würde bedeuten, dass wir ein Anrecht auf einen Masterplatz hätten oder der Master für uns automatisch beginnen würde, wenn wir uns nicht dagegen entscheiden.
V 6: „Für die Realisierung des Teilzeitstudiums“:
Dies ist die Kernforderung für Studierende mit Kind. Obwohl das Berliner Hochschulgesetz ein Teilzeitstudium für die Hochschulen verpflichtend vorsieht, wird es an den Hochschulen partout nicht umgesetzt. Wir fordern diese Ermöglichung ein und fordern ebenso, dass endlich das Bafög daran entsprechend angepasst wird!
V 8: „Gegen Zwangsexmatrikulationen und Zwangsberatungen“:
Wer nicht in Regelstudienzeit spurt, wird zu Beratungen verpflichtet, in der Zwangsauflagen gemacht werden können, die bei Nichteinhaltung zur Exmatrikulation führen. Diese Zwangsberatungen treffen Studierende mit Kindern wie immer besonders hart, denn die Einhaltung der Regelstudienzeit ist für uns besonders hart. Darum fordern wir die Abschaffung dieser Zwangsmaßnahmen und einen Ausbau unterstützender Beratungen.
Alle weiteren Punkte der Urabstimmung sind ähnlich unterstützenswert und sollten für eine Hochschule eigentlich selbstverständlich sein. Lest Euch doch den Forderungskatalog durch und stimmt mit „Ja“ bei der Urabstimmung! Wir würden uns freuen.
Studierendenwerk:
Studierende mit Kind können sich an die Sozialberatung des Studentenwerk wenden.
- Folgende Beratungen des AStA FU gibt es:
(die Beratungen finden – abgesehen von der Enthinderungsberatung und dem Semesterticketbüro- in der AStA-Villa statt: Otto-von-Simson-Str. 23 gegenüber der Mensa II der Silberlaube)
* Sozialberatung – Telefon: 839091-12; Freitags 10.30-15.30 Uhr; sozialberatung@astafu.de
* Frauenberatung – Telefon: 839091-23; Mittwochs 12-14 Uhr; frauen@astafu.de
* weiterhin: AusländerInnenberatung, BAföG-Beratung, Beratung für behinderte und chronisch kranke Studierende, Hochschulberatung, Lesbisch-feministische Information und Service (LIS), Rechtsberatung, Schwulenberatung, Semesterticketbüro
nähere Informationen hier: Beratungen des AStA FU
- KiTa an der FU
- Familienbüro der FU
- zentrale Frauenbeauftragte der FU
- Liste der dezentralen Frauenbeauftragten der jeweiligen Fachbereiche
- eine Homepage mit vielen weiteren Informationen:
http://www.studentenkind.de/